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Eckart Schädrich
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"Für mich ist Kunst Zauberei mit Farbe, Stift und Pinsel, weil ich auf einem leeren Blatt Papier oder einer Leinwand neue Wirklichkeiten erschaffen kann" Eckart Schädrich
Zu meinen Traumzeit-Bildern wurde ich von der Philosophie der australischen Ureinwohner angeregt, die den australischen Kontinent schon vor 50000 bis 60000 Jahren entdeckten und besiedelten. Bis zur Kolonisierung durch die Briten vor rund 250 Jahren konnten sie dort ohne äußere Einflüsse ihre ganz eigene Kultur und Lebensform entwickeln, angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten der Natur. Mit "Traumzeit" meinen sie dabei eine metaphysische Wirklichkeit, aus der unsere physische Welt, unsere Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in einem fortwährenden Schöpfungsprozess entstehen, und damit auch die Regeln für das Zusammenleben der Menschen miteinander und mit ihrer Umwelt. Vielleicht lebten auch die Menschen in Europa, die vor rund 30000 Jahren die wunderbaren Höhlenmalereien von Lascaux und Chauvet schufen, in einer ähnlichen Vorstellungswelt. Eine Welt, in der die Menschen noch Teil einer Gemeinschaft aller Lebewesen waren und andere Arten gleichberechtigt neben den Menschen existieren konnten. Wie sehr hat sich unsere Welt seitdem durch unseren Einfluss verändert! Ausgehend von Europa haben wir uns die Erde, und mit ihr alle Lebewesen, untertan gemacht. Aus einer angemessenen Verbesserung unserer Lebensverhältnisse wurde nach und nach eine Lebensweise, die zur Zerstörung ganzer Ökosysteme bis hin zur aktuellen Klimaveränderung geführt hat. Und statt uns als Menschheit gemeinsam an die Lösung der von uns verursachten Probleme zu machen, machen wir so weiter wie bisher: wir beuten die Natur und andere Menschen aus und führen sogar noch Kriege, statt unsere Intelligenz zur Lösung der Probleme einzusetzen. Dieser Entwicklung will ich mit meiner Traumzeitreihe etwas entgegensetzen: eine Anregung zum Träumen von einer Welt, in der Mensch und Natur gleichberechtigt und friedlich miteinander existieren. Wir Menschen müssen erst wieder lernen, Zivilisation und Wildnis miteinander zu versöhnen. Die Katze, als Grenzgängerin zwischen Natur und Menschenwelt in beiden Welten zuhause, ist dabei Beobachterin und Zeugin. Auch sie träumt von einer Welt voll Frieden und Harmonie, in der die Schönheit des Lebens und der Existenz gefeiert wird. Ja, auch Träume sind Realität – in dem Moment, in dem sie geträumt werden. Eckart Schädrich
Eine fast geometrische Linienführung kennzeichnet die ruhige, kontemplative Malerei von Eckart Schädrich. Klare Farben und eine ganz zpezielle Lichtgestaltung geben den Werken des 1950 in Herrsching am Ammersee geborenen Künstlers Tiefe und Struktur. Nach einem Studium an der Essener Folkwangschule besuchte er die Kunstakademie München und unternahm Studienreisen durch Europa, Indien, Nepal und Sri Lanka. Fernöstliche Einflüsse sind durchaus spürbar in Eckart Schädrichs Malerei, die geprägt ist von bayerischen Landschaften. Dabei ist ihm nicht an der realistischen Topografie seiner Motive in Ober- und Niederbayern gelegen. Vielmehr ist es seine Intention, die vom Licht und dem Wandel der Jahreszeiten geprägte Stimmung seiner Sujets einzufangen. Farbklang, Farbakkorde und das Miteinander der Farben stehen im Mittelpunkt von Schädrichs künstlerischem Schaffenswerk. Großflächig und gleichermaßen subtil aufgetragen erzeugt er mit seinen Farbkompositionen atmosphärische Klangwelten, die den Betrachter tief berühren. Seit 1982 werden Schädrichs Malereien deutschlandweit in Einzelausstellungen, Galerien und Kunstmessen präsentiert.
An almost geometric line management characterises the peaceful, contemplative paintings of Eckart Schädrich. Clear colours and a very special light design give the works of the artist, born in 1950 in Herrsching on Lake Ammersee, depth and structure. After studying at the Folkwang School in Essen, he attended the Munich Art Academy and undertook study trips throughout Europe, India, Nepal and Sri Lanka. Oriental influences are quite prominent in Eckart Schädrich`s paintings, which are characterised by bavarian landscapes. In doing so, he does not seek to create realistic renditions of the scenic topography in his motifs of Upper and Lower Bavaria. Rather it is his intention to capture the atmosphere characterised by the light and seasonal transitions of his subjects. Colour tones and compositions and the combination of the colours are the focus of Schädrich`s artistic body of work. Extensive and equally subtly applied, he creates atmospheric soundscapes with his colour compositions that touch the viewer deeply. Schädrich`s paintings hve been presented throughout Germany in individual exhibitions, galleries and art trade shows since 1982.
Das Werk von Eckart Schädrich überzeugt durch seine malerische Qualität und beeindruckt durch seine Vielseitigkeit, die sich in sehr unterschiedlichen Werkgruppen zeigt. Das Thema, das sich durch das gesamte Werk des Künstlers zieht und die scheinbar disparaten Werkgruppen miteinander verbindet, ist das Zusammenwirken und Ausbalancieren gegensätzlicher Kräfte. Das zeigt sich in den Werkgruppen der letzten Jahre. „Symit“: Symmetrie und Mitte, eine abstrakte Werkreihe, bei der sich der Künstler auf die Wirkung der Farben bei gleichzeitiger Reduzierung der Form konzentriert. In spiegelsymmetrischen Kompositionen experimentiert er mit den Möglichkeiten der Farbe, indem er Gegenpole wie Komplementär-, Kalt-/ Warm-, Hell-/Dunkel-Kontraste zueinander in Wechselwirkung setzt. „Landschaft“: in dieser Werkreihe fängt er den Zauber der hügeligen Landschaft südlich der Donau und des Bayerischen Walds in der für ihn typischen expressiven Farbigkeit ein, und bringt die Landschaften wie von innen heraus zum Leuchten. „Traumzeit“: hier entführt uns der Künstler in fantastische Traumlandschaften und schildert in magischen Szenen ein friedliches Miteinander von Mensch, Tier und Natur. Sowohl in seinen abstrakten wie auch seinen gegenständlichen Arbeiten geht es dem Maler um das Miteinander der Farben, die er mit differenziertem Farbauftrag zu gewagten, höchst ungewöhnlichen Klängen steigert, die einander gegenseitig zum Leuchten bringen. Dr. Alfred Gunzenhauser
Diese verrückten Farben, völlig irre, dachte ich, als ich zum ersten Mal Bilder von Eckart Schädrich sah. Künstlich, fast psychedelisch, und dennoch war die Sache stimmig. Das war in einer Ausstellung im Spital Hengersberg. Kurze Zeit später stolperte ich wieder über eine Einladungskarte. Die Bilder und ihr Maler waren mir sofort präsent. Rot, orange, gelb, grün, violett, pink und blau, mit einem Farblicht, das von innen heraus leuchtet. Niederbayerische Landschaften mit gelb-rosa-grün leuchtenden Feldern, lichte Laubwälder mit hellblitzenden Blättern, Bäume, die lange, blauviolette Schlagschatten werfen. Ein unverschämt grün-gelbes Feld, gesäumt von violett-blaugrünen Büschen, und mittendrin ein freches kleines, rotes Dach als leuchtendes Zentrum. Gartenwege, Blumenrabatten, Schatten, die zum abstrakten Muster werden, Wolken, die am überirdischen Augusthimmel des niederbayrischen Gäubodens schweben wie auf einem surrealistischen Bild von René Magritte. Vor den blauen Bergen des bayerischen Waldes mit hoch sich auftürmenden Wolken erstrecken sich sattgelbe, orangerosa und apfelgrüne Felder in der Ebene, begrenzt vom Fleckenteppich der Laubwälder. Landschaften wie hinter einer Glasscheibe, eine Art Aquariumseffekt. Dennoch, der Farbauftrag ist fein strukturiert, differenziertest abgestuft. In den Formationen der Felder und Schatten ahnt man noch Eckart Schädrichs abstrakt-geometrische Zeit, während der er, angeregt durch die Farben der rituellen Volkskunst Indiens, Kreis und Quadrat zu den Grundformen seiner Malerei machte und symmetrisch geordnete Bilder in angenehm ruhigen Farbklänge komponierte. Streifen, die sich auf eine Mitte hin konzentrierten und dort zu einer ruhenden Achse zusammenfinden, Bilder, die Orte der Kontemplation sind und den Maler in eine systematische Erforschung der Farbe in geometrischen Kompositionen führten. In der abstrakten Werkreihe „Symit“ –Symmetrie und Mitte – beschäftigte er sich mit diesem Thema. Nach der Ausbildung an der Folkwangschule Essen und der Kunstakademie in München begab Eckart Schädrich sich zunächst auf Reisen durch Europa, Indien, Nepal und Sri Lanka. Seit rund zehn Jahren lebt der in Herrsching am Ammersee geborene Künstler in Osterhofen. „Die längste Zeit bisher, die ich an einem Ort geblieben bin, eigentlich bin ich ein Nomade“, wundert er sich über sich selbst. Die flache Landschaft zwischen Donau und Vils sei für ihn geradezu ideal – hier hat er den Bayrischen Wald immer vor Augen. Es war die Landschaft mit ihren sanften Hügeln und der dunklen Silhouette des Waldes, die ihn dazu angeregt hat, wieder gegenständlich zu malen. Und er malt ihn immer wieder, den Blick zum Bayerischen Wald, aus der Weite des Donautals nach Norden. Die wechselnde Farbpalette der Jahreszeiten, die reizvollen Wetterstimmungen und die Lichtverhältnisse im Lauf des Tages vermitteln Ruhe im Klang der Farben. Es ist besonders das Licht in der Zeit vom späten Nachmittag bis zum Abend, das es ihm angetan hat. Da ist der Lichteinfall am extremsten, die Schatten sind am längsten und die Abendsonne taucht die Landschaft in unwirkliche Farben. Nach der langen Phase abstrakter Bildarbeit scheint er die Landschaft in tiefen Zügen zu genießen. Sie ist nicht nur Inspirationsquelle, „sondern auch ein Ort der Selbstfindung. Die Farben und Formen der Natur regen meine Fantasie an, Bäume und Pflanzen, die Landschaft selbst, entfalten ihren individuellen Charakter und erinnern mich daran, dass auch wir Menschen nur ein Teil der Natur sind. Durch meine kleinen Reisen, die ich zwischen Donau, Vils und Rottal unternehme, offenbart sich mir immer mehr eine wunderbare Landschaft voll überraschender Lichtspiele, Perspektiven und Stimmungen, die mir das Erstaunliche unseres Daseins vor Augen führt.“ Diese durchaus romantisch zu nennende Weltsicht – „ein bisschen Romantik darf schon sein“- findet man in den abstrakten wie in den gegenständlichen Bildern Eckart Schädrichs, denn vorrangig geht es um die Stimmung und darum, wie die Bilder mit ihren Farben auf den Betrachter wirken. In einem „Farbtagebuch“ erkundet der Maler die unendlichen Farbkombinationen. Dabei kehrt seine derzeit wieder gegenständliche Malerei fast unmerklich dahin zurück, wo sie seiner ersten Erinnerung nach herkam: zum Bildteppich. Der Teppicht, auf dem er Laufen lernte, war ein ägyptischer Kelim mit geometrischem Muster. Eckart Schädrich führt die Anfänge seiner geometrisch-abstrakten Malerei auf diesen Teppich seiner Kindheit zurück. Die gegenständlichen Bilder, auf die er wieder Lust bekommen hat, seit er in der Donaulandschaft Niederbayerns lebt, sind auch ein bisschen wie Teppiche. Wie Patchwork breiten sich die Felder vor dem Betrachter auf der Bildfläche aus, ihre Farben sind dicht verwoben mit den Wegen, den Wäldern und den Bergen im Hintergrund. Ein gewisser Abstand vom Bild ist nötig, um die Formen und Farben optisch zu sortieren und bei längerer Betrachtung stellt man fest, dass der Weg hier wieder in die Abstraktion führt. Letztlich geht es wohl weder um Orte noch um Geometrie, weder um Gegenstand noch um Abstraktion, sondern um den Eigenwert der Farbe, um ein rauschendes Fest aus all den unendlich vielen Tönen. „Musik ist mit Landschaft vergleichbar“, sagt Eckart Schädrich, der beim Malen auch gerne Musik hört, und so komponiert er seine Bilder. Dass er das anders macht als die meisten Maler, zeigt sich daran, dass er keine Entwürfe macht. Er fotografiert viel und beginnt mit kleinen Ölskizzen, die für sich genommen schon als vollwertige Bilder zu betrachten sind. Dann folgen mittlere Formate, die kontinuierlich zum großen Format ausgearbeitet werden. Die Landschaften wachsen mit den Bildern. Ines Kohl
„Mich inspirieren die Farben der Landschaft" sagt Eckart Schädrich und beschreibt damit einen wesentlichen Impuls für seine Kunst. Diesen Impuls kann man in gewisser Hinsicht einen romantischen nennen, denn es geht ihm um seine Gefühle beim Betrachten der Landschaft. Dabei ist dem Maler eine topographische Bestimmbarkeit seiner Motive weniger wichtig. Vielmehr trägt die Wiedergabe der Stimmung seine Bilder. Wie verändert der Lauf der Tages- und Jahreszeiten das Licht und die Farbe der Landschaft? Was ist mit dem Farbklang, mit den Farbakkorden? An diesen Fragen ist Eckart Schädrich interessiert. Die starke und sehr spezifische Farbigkeit seiner Landschaftsmalerei erinnert an Werke anderer Künstlerinnen und Künstler, an die von Pierre Bonnard, Gabriele Münter oder auch an die des frühen Kandinsky. Schädrich leugnet diese Einflüsse nicht. Warum sollte er auch? Diese Vorbilder prägten ihn und auf diese Weise entwickelte der Maler sein künstlerisches Bekenntnis zum Eigenwert der Farbe, eine der zentralen Errungenschaften der Klassischen Moderne. Die Wirkung der Farbe ist seine Hauptintention. Durch das Sujet der Landschaft wird er zu den Farben angeregt. Er selbst beschreibt es als einen psychischen Prozess, als ein Tasten und Suchen, wie beim Stimmen eines Musikinstruments, bis man eben den richtigen Ton respektive Farbton oder Farbklang gefunden hat. „Musik ist mit Landschaft vergleichbar“ so Schädrich und damit hat er Recht. Man denke nur an Beethovens 6. Sinfonie, genannt „Die Pastorale“, oder andere Programmmusik, wie Bedřich Smetanas „Die Moldau“. Dabei kann man sich beim Hören in Landschaften hineinversetzen und erlebt das „Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande“. Diese heiteren Gefühle setzt Eckart Schädrich in Malerei um. Im Übrigen hört er beim Malen auch Musik, womit sich ein künstlerischer Kreis schließt. Letzten Endes ist es der Gedanke der Synästhesie zwischen Malerei und Musik. Titel, wie „Morgenlicht“ oder „Abendlicht“, verraten die Intention des Malers. Manchmal ist das gewählte Format eher ungewöhnlich, wie bei dem Werk „Niederbayerische Landschaft im März“. Es ist ein markantes Hochformat, das bei der Wahl des Sujets Landschaft eher selten zum Einsatz kommt. Hier ist es aber der Himmel, der mit seinen Blau-, Grau-,Weiß- und Türkisabstufungen den größten Teil des Bildes ausmacht; und so erklärt sich hier auch das Hochformat. Das Gemälde „Blick zum Bayerischen Wald“ mit seinen hintereinander gestaffelten Gründen führte letzten Endes zu dem Werk „Essenz“, einer bereits vereinfachten Wiedergabe der Landschaft, die aber als solche noch klar erkennbar bleibt. Eckart Schädrich ist diesen Weg der Essenz-Bildung – man könnte auch Abstrahierung sagen – konsequent weitergegangen, was in seinem Werk „Symit“ deutlich wird. Ob aber Landschaft oder ungegenständliche Komposition, immer tragen die aufeinander abgestimmten Farbklänge die sehenswerten Werke des Künstlers.
Farbe hat Ausdruck und Wirkung, sie hat Eigenschaften, die innerhalb unseres kulturellen Kontextes ähnlich empfunden werden. Farben, wie Rot, Orange und Gelb werden als warm empfunden, Blau-Grün-Töne erscheinen als kalt. Das entspricht so den Farbenlehren von Goethe, Kandinsky oder auch Josef Albers. Farben können Ruhe oder Unruhe erzeugen, sie können angenehm oder abstossend, knallig oder zart sein, stumpf oder leuchtend, matt oder glänzend, dunkel oder hell, rauh oder glatt, fröhlich oder bedrückend. Diese Eigenschaften werden oft aus dem polaren Kontrast heraus wahrgenommen. Sie verbinden sich mit der Wirkung der Farbwerte zu einem Einfluss auf unsere Stimmung, dem wir nicht entrinnen können. Nach diesem Prinzip, beziehungsweise nach diesem Gedanken arbeitet Eckart Schädrich in seiner Reihe Symit. Schädrichs Arbeiten leben nicht von der Darstellung sichtbarer Realität, sondern vom Ausdruck individueller Stimmungen und Gefühle. Seine Arbeiten zeigen differenziert angelegte Farbräume, die nach den Bildrändern nicht abgeschlossen wirken und sich unendlich über den Bildraum zu erstrecken scheinen. Man kann sich vorstellen, dass es weitergeht, aber man kann sich nicht vorstellen, wie es weitergeht. Man kann das Bild nicht einfach ergänzen oder über die Bildgrenzen hinaus „weitermalen“. Eckart Schädrich geht es um die konsequente Anwendung von Symmetrie und Mitte sowie um die Konfrontation von Vertikal und Horizontal und deren Rhythmen und Strukturphänomene. Geometrismus und Farbfeldmalerei sind die beiden Schlagworte, unter denen sich die Bilder Eckart Schädrichs nur bedingt zusammenfassen lassen. Der Begriff Geometrismus bezeichnet das Gebiet der abstrakten Malerei, das mit geometrischen Formen arbeitet. Der Begriff Farbfeldmalerei ist einer Kunstströmumg entlehnt, die sich Ende der 50er Jahre in den USA entwickelt und im Laufe der 60er und 70er Jahre weltweit verbreitet hat. Typisch für diesen Stil sind absoluter Einsatz der Farbe, Verzicht auf spezifische Formstrukturen, Vermeidung jeglicher Raumillusion und Betonung des Flächigen. Eckart Schädrich hat die Farbfeldmalerei in sein Repertoire aufgenommen, baut mit Einschränkungen darauf auf und entwickelt sie auf seine Weise weiter. Allen Arbeiten gemeinsam ist eine formale Askese und eine reduzierte Farbpalette und deren subtiles Zusammenspiel. In Schädrichs Werken ist kein perspektivischer Raum intendiert und dennoch haben seine Bilder eine Tiefe. Es sind Beziehungen von Farbe, Form und Fläche, die diese Wirkung hervorbringen, und zwar ohne auf perspektivischen Illusionismus oder ganz puren Konstruktivismus zurückzugreifen. Die optische Erfahrung von Farbe als Reiz steht im Zentrum von Schädrichs Arbeit. Sein Werk ist deshalb auch von ausgesprochener Sinnlichkeit. Die Farbe kommt dabei nicht nur rational, sondern auch emotional ans Licht. Und was nach einer gebräuchlichen Redewendung“ans Licht kommt“, das ist nun tatsächlich sichtbar, nachvollziehbar und erschlosssen. Es ist das Eigenleben der Farbe als Ausdruck individueller Stimmungen und Gefühle. Der Künstler verwendet häufig Primärfarben, die gebrochen oder aufgehellt eingesetzt werden. Das Erlebnis dieser Bildwelten erschöpft sich nicht in einem kurzfristigen Erlebnis, dessen Reiz schnell verbraucht ist und dessen Wirkung rasch verblasst. Der Faktor Zeit ist für Schädrichs Malerei wesentlich, um in geduldiger Betrachtung das zu beobachten und zu erleben, was zwischen den Farbflächen auf der Leinwand geschieht. Die Bilder treten mit einem Mal aus ihrer formalenUnscheinbarkeit heraus, die Farben beginnen ein feines Wechselspiel in zahlreichen Variationen und Farbschwingungen. Schädrichs Ansatzpunkt ist die freie geometrische Form, der Kreis und Halbkreis, das Rechteck, das Dreieck, das Oval beziehungsweise die Elipse, die er symmetrisch im Bild verwendet. Die Farbkontraste stehen für Energie und Spannung, wobei es Schädrich gut gelingt, Farbnuancierungen durch Unterschiede in Farbauftrag und Oberflächenstruktur zu erzielen. Nuancierungen der Tonwerte, oft durch Lasuren oder Spachtelauftrag erreicht, bewirken eine Abschwächung des spannungsgeladenen Kontrastes. Ihn interessieren die wechselnden, lebendigen Oberflächenstrukturen, Verdichtungen und Kompositionen. Lebendige, kräftige Farbe, zarte Pastelltöne oder auch erdige Töne machen die Bilder zu echten „Hinguckern“. Durch verschiedene Malschichten schimmern die Farben hindurch und schaffen so eine geheimnisvolle und atmosphärische Wirkung. Das Spielerische, die Impulsität ist immer spürbar. Somit bleibt Raum für Ungenauigkeiten, Farbnuancen und Farbkombinationen, die von Subtilität zeugen. Desweiteren arbeitet der Künstler mit dem Streifen. Streifen bindet er in unterschiedlicher Länge und Farbgebung in ein strenges Ordnungssystem von Horizontale und Vertikale ein. Die Breite der Farbstreifen, ihre Abstände, ihre Gruppierungen, ihre Farben und ihre Unterbrechungen werden in jedem Bild stark individualisiert. Die einzelnen Bestandteile eines Bildes wirken sehr verschiedenartig und kontrastieren gegeneinander. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Bildelemente fordert uns als Betrachter dazu auf , Entsprechungen zu ihnen zu suchen, die man zum Teil auch findet. Aber all diese „Enstprechungen“ gehen natürlich nicht vollständig auf, denn es gibt nirgends eine reine Symmetrie oder eine exakte symmetrische Anordnung. Aber sie erweisen sich als Annäherungen, als Dialoge aus Näherungswerten, die den Betrachter immer wieder zu neuen Bezugssystemen verführen. Die Bilder sind so angelegt, dass sie aus der Weite beziehungsweise Ferne zu erfassen sind und in der Nähe auf dem häufig mit Marmormehl vermischten Malgrund feine Strukturen und Detailreichtum aufzeigen. Erst die Nähe zum Bild enthüllt dem Betrachter die Intensität strukturierter Farben und lässt Zusammenhänge und Farbräume entdecken. Malerische „Einschübe“ beziehungsweise spontan wirkende „Ausbrüche“, wie zum Beispiel heftige Pinselhiebe, akzentuieren die Bildmitte. Sie unterbrechen wie kleine Wellen auf hoher See leise den Grundfarbklangdes jeweiligen Bildes und garantieren doch die Kontinuität der Gesamtkomposition. Es entsteht ein optischer Erlebnisraum, der die dritte Dimension nicht mehr ausschliesst. Starke Farben dürfen sein, aber die Farbharmonie muss stimmig bleiben. Eckart Schädrichs gegenstandslose Bilder laden den Betrachter ein, einen Bildraum zu betreten, denn es geht dem Künstler um optisch autonome Kompositionen, also um Farbe, Licht und Raum. Der Betrachter kann die miteinander kommunizierenden Farbfelder durchaus miterleben. Eckart Schädrich setzt sich intensiv mit Raumschichtungen auseinander und verzichtet auf Figürliches zugunsten klarer Farbflächen. In seinen Bildern ist kein perspektivischer Raum beabsichtigt, dennoch haben seine Bilder Tiefe. Es sind die Beziehungen von Farbe, Form, Fläche und Malgrund, die diese Wirkung hervorbringen, und zwar ohne pespektivischen Illusionismus. Seine Bilder tragen keine Titel und lassen somit Raum zur freien Assoziation. Elke Oertel-Mascioni 2006